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DAS SAKRAMENT DER GRIECHISCHEN TAUFE – AUFNAHME IN DIE GEMEINSCHAFT

Ein Kind wurde geboren. Die Taufe ist das erste Fest bei dem es nicht nur der Familie, sondern der ganzen Gemeinde vorgestellt und in die Gemeinschaft der Gläubigen aufgenommen wird. Sinn der Taufe ist die Einheit mit Gott. Auf dem Weg zu Gott leiten uns die Sakramente. Die Taufe ist eines dieser Mysterien. Das dreimalige Untertauchen des Täuflings symbolisiert das Sterben und Auferstehen in Christus.

Bereits vor dem Taufgottesdienst sind eine Reihe von Gebeten gesprochen worden, die das Baby und seine Eltern vorbereiten. Zur Geburt des Kindes wurde Gott gedankt und um rasche Wiederherstellung der Mutter gebeten; die Segnung von Mutter und Kind erfolgte. Am achten Tag nach der Geburt wurde das Kind mit Kreuz und Namen in der Kirche vor den Türen zum Kirchenschiff bezeichnet. Am 40. Tag erfolgt das Fest der griechischen Taufe. Mutter und Pate begleiten das Kind. Ist es ein Junge, bringt ihn ein Pate. Ist es ein Mädchen, wird es von einer Taufpatin begleitet. Der Priester empfängt das Kind von der Mutter vor der Pforte des Altarraums und bezeichnet es mit dem Kreuz. Anschließend folgt das Katechumenat mit den Befragungen des Taufpaten, der stellvertretend für das Baby antwortet. Brust und Gesicht des Täuflings sind unbedeckt, das Kreuzzeichen wird vor dem vierfachen Exzorzismus gehaucht. Der eigentliche Akt der Taufe schließt sich an.

Der Priester erscheint in weiß, Kerzen und Weihrauch werden entzündet, das Taufwasser wird geweiht. Mit geweihtem Öl erfolgt die Salbung des Täuflings auf Stirn, Brust, Schultern, Ohren, Händen und Füßen. Die Taufe schließt sich an. Das Kind wird vom Priester gen Osten gehoben und drei Mal ganz untergetaucht. Gleich darauf wird er in ein weißes, warmes Tuch genommen. Abschließend nimmt der Priester die Myronsalbung vor: Das Kreuz wird auf Stirn, Augen, Nase, Mund, Ohren, Brust sowie Hände und Füße gezeichnet. Auch wenn man in Düsseldorf, Neuss, Meerbusch, Ratingen, Hilden oder Wuppertal lebt, kommt das Myron, auch Chrisamöl genannt, direkt aus Konstantinopel. Dort stellt es der Patriarch alle zehn Jahre her und lässt es an alle orthodoxen Gemeinden der ganzen Welt verteilen.

Das Kind wird nach der Salbung im Zeichen der Reinheit weiß eingekleidet. Kreuz und Kerze werden überreicht. Dreimal umrundet der Priester mit dem Täufling und dessen Paten wie in einem Tanz das Taufbecken. Die Tonsur erfolgt. Dazu werden einige Haare des Babys Gott dargebracht. Kind und Priester betreten den Altarraum. Die Gemeinde singt das Antiphon. Abschließend wird ein Gebet gesprochen. Das Baby ist nun ein vollwertiges Mitglied der orthodoxen Kirche.